Vielleicht ist dem einen oder anderen die britische Comedy-Serie Black Books ein Begriff. Es gab auch eine Folge über Wein…
Vielleicht ist dem einen oder anderen die britische Comedy-Serie Black Books ein Begriff. Es gab auch eine Folge über Wein…
Biowein belastet die Umwelt weit weniger als sein konventionell produziertes Pendant. Jetzt ist es offiziell! Ist es das?
In einer neu veröffentlichten Studie verglichen Forscher der Universität Siena den ökologischen Fussabdruck von Sangiovese aus konventioneller und ökologischer Produktion. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick eindeutig. Der ökologische Fussabdruck einer Flasche Bio-Sangiovese ist mit 7 Quadratmetern nur halb so gross wie der einer Flasche „normalen“ Sangiovese, welcher bei 14 Quadratmetern liegt.
Die wohl deutlichsten Faktoren für das schlechtere Abschneiden des konventionellen Weines in dieser Studie seien laut Pressemeldung und der Forscherin Valentina Nicolucci, zum einen, dass keine recycelten Flaschen verwendet wurden, zum anderen, dass ein Vollernter zur Weinlese eingesetzt wurde. Dies zeigt uns, dass die Studie leider nicht repräsentativ sein dürfte. Ein ordentlicher Versuchsaufbau sollte ökologischen und konventionellen Weinbau unter gleichen Bedingungen vergleichen. Der eigentliche Unterschied ist schliesslich der Einsatz von synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln im konventionellen Weinbau. Hierfür hätte der Fussabdruck des ökologisch wirtschaftenden Weinguts unter Berücksichtigung der weiter oben genannten Faktoren berechnet werden müssen. Welche zusätzlichen Faktoren es waren, die letztendlich zu diesem deutlichen Ergebnis führten und was sich sonst aus der Arbeit extrahieren lässt ist nur durch die Studie selbst herauszufinden. Ich hoffe, ich werde sie in nächster Zeit in die Finger bekommen und kann genaueres berichten.
Sehr positiv ist, dass zum ersten mal ökologischer und konventioneller Weinanbau verglichen wurden. Zuvor beschränkten sich Studien im Weinbau lediglich auf den Vergleich der bio-organischen und bio-dynamischen Variante, was ich bei eigenen Recherchen immer wieder feststellen musste.
Quelle: n-tv.de
Kategorien: Forschung

Weinschorle soll zum Trendgetränk werden. So wünschen sich dies zumindest zwei Absolventen der Hochschule Heilbronn. Jedoch soll es nicht irgendeine Weinschorle, sondern eine Bio-Weinschorle sein. Biowein (Chardonnay, der Wein stammt meiner Vermutung nach von Riegel), Mineralwasser und ein wenig Biozucker. Der Name des Getränks „Acht Grad“, wohl in Anlehnung an die optimale Genusstemperatur einer Weinschorle.
Wer aus einer Weingegend kommt, wird die klassische Weinschorle nur zu gut kennen. Schon der Grossvater hat vermutlich beim sonntäglichen Frühschoppen mit einer „sauer“ (Mineralwasser) gespritzten Weinschorle angestossen. Im Sommer ist sie eine schöne, leichte und vor allem erfrischende Alternative zum Wein oder Bier und ansonsten eher weniger sexy. Selten habe ich junge, hippe Menschen eine Weinschorle bestellen sehen, geschweige denn trinken.
Die Weinbranche möchte dies aber offensichtlich ändern. So sind in letzter Zeit vermehrt Weinschorlen mit modern klingenden Namen und in eine schicke Longneckflasche verpackt auf den Markt gekommen um die jüngere (Party-) Generation anzusprechen. Wenn man so möchte ein hausgemachter (Trend). Alkopop-Alternative. „Acht Grad“ hat sich jedoch nicht nur die Jungen vorgenommen, sondern auch die Bio-Bohéme, LOHAS, möchte zusätzlich vom Bioboom profitieren. Und das kann gut funktionieren, wie man am Paradebeispiel „Bionade“ gesehen hat.
Derzeit ist man auf der Suche nach Vertriebspartnern für die ersten 6000 Flaschen. Zunächst sollen Szenebars und Kneipen versorgt werden. Kontakte in die Getränkeindustrie seien zudem vorhanden. Sogar UK ist schon auf der Landkarte markiert. Jetzt gilt es erst mal in der Heimat zu überzeugen. Ich bin gespannt ob ein solches Produkt trendy werden kann.
Kategorien: Vorhang auf

Die Schweizer Weinwelt ist übersichtlich. Speziell im ökologischen Bereich. Jedoch über die Grenzen des Landes hinaus nicht wirklich präsent. Da ich seit über einem Jahr hier bei den Eidgenossen verweile, dachte ich, regelmässig Schweizer Bioweingüter vorzustellen wäre eine gute und gewinnbringende Sache, für mich und die Leser.
Den Beginn der Serie macht das Weingut Biolenz. Dieses hat seinen Sitz im beschaulichen Ort Üsslingen (TG), zwischen Bodensee und Winterthur. Als eines der ersten Weingüter in der Schweiz begann es ökologisch und ausschliesslich mit Piwi-Rebsorten zu arbeiten. Die Grundlage eines hundertprozentigen Piwi-Rebenbestands ermöglicht es dem Macher hinter den Weinen, Guido Lenz, gänzlich auf Spritzmittel jeglicher Art (ob ökologisch oder bio-dynamisch) zum Schutz der Reben vor Krankheiten zu verzichten. Der ein oder andere wird jetzt anmerken, dass dies nicht möglich sein kann, vor allem im ökologischen Weinbau nicht… aber es kann. Bei meinen Besuchen des Weinguts konnte ich mich immer wieder von der perfekten Gesundheit der Reben, trotz Verzicht auf Behandlungsmittel überzeugen. Die intensive manuelle Weinbergspflege macht den Unterschied. Jeder Arbeitsschritt erfolgt sorgfältig per Hand, kein Einsatz von Maschinen.
Die Philosophie von Biolenz lautet „bio and beyond“. Der Begriff „beyond“ steht hierbei für die geistige Ebene, welche bei der Entstehung der Weine ebenfalls berücksichtigt wird. Im Weinberg soll eine positive Geisteshaltung die Pflanzen fördern. Im Keller wird auf jegliche Eingriffe verzichtet. Die Arbeitsgänge erfolgen zerimoniell und in vollem Bewusstsein der Einflüsse auf die Mitwelt. Der Begriff der Ganzheitlichkeit wie er in der Biobranche sehr häufig verwendet wird erhält bei Biolenz eine zusätzliche, tiefgreifendere Bedeutung.
Seit geraumer Zeit ist das Weingut im Schweizer Axis-Projekt tätig, welches Jugendlichen mit einem schwierigen Hintergrund begleitete Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt.
Biolenz – Cuvée Barrique 2007
Der Wein präsentiert sich in einem dunklen Rubinrot. In der Nase dominieren zunächst überbordende Aromen von roten Früchten. Himbeere, Preisselbeere und Cranberry finden sich. Hinzu gesellen sich klassische Barrique-Aromen wie schwarze Schokolade und Kaffe, welche die Nase äusserst interessant machen. Eine rauchige, speckige Komponente ergänzt den Eindruck.
Im Gaumen zeigt sich der Wein saftig mit einer belebenden Säure. Zunächst dominiert die Frucht mit Pflaume, Maracuja und Orange. Hinzu gesellen sich würzig, kräutrige Aromen. Kradamom, weisser Pfeffer und Ysop um einige zu nennen. Piwi-like springt einem jedoch auf einemal eine Mohrrübe in den Mund. Die Tannine sind rund und der Wein lädt zum nächsten Schluck ein.
Der Wein wurde aus Piwi-Rebsorten produziert, was er nicht leugnen möchte. Durch den dezenten Einsatz des neuen Barrique (4 Monate) gewinnt der Wein an Harmonie und wirkt durch die zusätzlichen Geschmackskomponenten sehr interessant.
Kategorien: Weingüter
Mit Tag(s) versehen: schweiz, Weingüter

Während meines Besuchs der KarmaKonsum-Konferenz 2008 in Frankfurt durfte ich den Herausgeber des Öko-Lifestyle Magazins Biorama, Milo Tesselar, kennen lernen.
Biorama ist Österreicher und derzeit leider nur dort verfügbar, wobei ab nächstem Jahr auch der deutsche Markt nach Möglichkeit bedient werden soll. Bezogen werden kann Biorama im Naturkosteinzelhandel, regional mit dem Biolebensmittel-Hausservice und über die Biorama-Website. Der Clue hierbei, den Preis kann der Käufer selbst festlegen, die Qualität selbst beurteilen und würdigen. Radiohead lässt grüssen.
Das Magazin richtet sich nach eigener Aussage an eine urbane Mittelschicht, die sich in ihrem Konsumverhalten stärker an der inneren Produktqualität als am Preis orientiert. Ganz im Gegensatz zur heutigen Schnäppchen-Gesellschaft. Nachhaltigkeit, ökologische und soziale Verträglichkeit stehen hiermit unmittelbar im Zusammenhang. Biorama möchte als Plattform für Ideen und Leitfaden im sich immer schneller entwickelnden „LOHAS“-Markt dienen. Alle Inhalte beruhen ausschliesslich auf redaktioneller Initative, was bei meinem Gespräch mit Milo Tesselar auch immer wieder betont wurde. Keine gekauften Artikel oder Produktempfehlungen, was das Magazin zu einer Ausnahme und umso lesenswerter macht.
Die Artikel sind aus meiner Sicht sehr lesenswert. In der aktuellen Ausgabe vor allem der Selbstversuch des Autors Michael Huber, sich über einen bestimmten Zeitraum ausschliesslich mit regionalen Lebensmitteln zu ernähren. Was ausserdem überzeugt ist die moderne und frische grafische Aufbereitung im Gegensatz zum Grossteil der Magazine in diesem Bereich.
Kategorien: Vorhang auf
Mit Tag(s) versehen: LOHAS, Media