Beiträge vom September 2008

Blogkarneval Fairtrade – Der Weincheck

30. September 2008 · 6 Kommentare

Fair Trade und Wein ist mein Thema zum Blogkarneval von Christoph. Dafür galt es, Storechecks durchzuführen, ein paar Weine zu kaufen und anschliessend zu degustieren. Also machte ich mich in St. Gallen auf den Weg, um Fair Trade Weine zu „posten“, wie der Schweizer zu sagen pflegt. Leider musste ich schnell feststellen, dass Fair Trade im Weinbereich noch eine untergeordnete Reihe spielt. Zumindest in St. Gallen. Bis auf vier Weine (zwei Rote, zwei Weisse) im Claro Weltladen sind hier in dieser schönen ostschweizer Kantonshauptstadt keine Weine mit dem bekannten Logo oder Hinweis aufzutreiben. Der Biosupermarkt meines Vertrauens führte insgesamt lediglich Weine aus Europa, die per definitionem keine Fair Trade Produkte sein können (beachtet man die vielen ausländischen Lesehelfer aus der Ukraine, könnte man sich hierüber ausserhalb Deutschlands vielleicht Gedanken machen); der ortsansässige Weinfachhändler hatte weder Bio, noch Fair Trade zu bieten und bei Coop war auch kein Wein mit dem Fair Trade Logo zu finden. Somit blieben mir die vier Weine von Claro, von denen ich nun zwei vorstelle.

„Los Robles Sauvignon Blanc 2005″ Preis: 14.90 CHF

Dieser Weisswein stammt aus Chile und wird von der Genossenschaft Curico, welche auch unter dem Namen Los Robles („Die Steineichen“) bekannt ist, produziert. Curico ist eine geschichtsträchtige Kooperative, welche die Pinochet-Diktatur überlebte und heute ca. 60 Mitglieder aufweist. Sie wird seit über 15 Jahren von der flämischen Organisation Oxfam finanziell und produktionstechnisch unterstützt. Oxfam sorgt ausserdem für die Einhaltung der Fair Trade-Kriterien. Alle Mitglieder von Los Robles besitzen zudem Aktien im Gegenwert von 40 Litern Wein und somit Mitbestimmungsrecht. Los Robles ist offensichtlich auf dem Weg zur Biozertifizierung.

Degustationsnotiz:

Ein dunkles, goldiges Gelb mit bräunlichen Reflexen findet sich im Glas. Die Nase verrät unverblümt, dass es sich um einen gealterten Wein handelt. Hinter einer deutlichen Oxidations- und Alterungsnote verstecken sich Zitronengrasaromen. Der Gaumen bestätigt, was die Nase verriet, der Wein ist leider hinüber.

„Ruitersvlei Merlot 2005″

Dieser Wein stammt vom Weingut Ruitersvlei aus Südafrika. Leider konnte ich keine genaueren Informationen über das Weingut finden. Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.

Degustationsnotiz:

Die Farbe ist ein dunkles rubinrot mit bräunlichen Reflexen. In der Nase finden sich zunächst fruchtige Noten von dunklen Beeren, Heidelbeer und Rumtopf. Überdeckt wird dies von Raucharomen und einer Note von Seetang. Zudem finden sich Kaffeenoten und geröstete Paprika in der Nase. Im Gaumen dominieren Sauerkirsch, Pflaume, gelbe Paprika und würzige Noten von Liebstöckel. Der Wein ist alkoholisch und leider etwas dünn und unharmonisch. Das Tannin ist trocknend.

Fazit

Leider konnten mich beide Weine nicht überzeugen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war für mich nicht gegeben. Jedoch muss ich sagen, dass das geringe Angebot der Fair Trade Weine in St. Gallen kein umfassendes Urteil über die Qualität dieser Produkte im Allgemeinen zulässt. Beide Weine stammten aus dem Jahrgang 2005 und fristeten wohl schon eine lange Zeit im Regal. Dies stellte sich auch im Gespräch mit der Verkäuferin heraus, welche meinte, dass Weine eine stark untergeordnete Rolle im Fair-Trade-Sortiment spielen. Das schmeckt man leider auch.

Grundsätzliche Überlegungen

Ich unterstütze den Ansatz, die Arbeitsbedingungen durch Fair Trade zu verbessern, um den Menschen vor Ort grundlegende Bedürfnisse zu ermöglichen. Hierfür kann auch mal mehr Geld ausgegeben werden. Aus ökologischer Sicht stehe ich Überseeweinen kritisch gegenüber. Aus der Sicht des Weinliebhabers gestaltet sich dies manchmal schwierig. Wenn es Überseeweine sein müssen, sollten diese nach Möglichkeit fair gehandelt und ökologisch produziert sein. Die Qualität sollte dennoch stimmen.

Kategorien: Nachhaltiges
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Graubünden und SODIS

29. September 2008 · 2 Kommentare

Vor nicht allzu langer Zeit besuchten mich Freunde aus Deutschland. Beide haben mit mir zusammen in Geisenheim studiert, weshalb das Thema Wein im Mittelpunkt ihres Schweizkurztripps stand. Wenn man in St. Gallen wohnt, liegt es in einem solchen Falle nahe, Malans zu besuchen, den kleinen, weltbekannten Weinbauort. Eine Stunde Entfernung von St. Gallen.

Dort besuchten wir zwei Winzer, zum einen den biodynamisch arbeitenden Louis Liesch, der klassische „Malanser“ Pinot Noirs produziert und von dem ich hier noch berichten werde, zum anderen das Weingut Fromm, welches dem ein oder anderen auch aus Neuseeland bekannt sein dürfte. Bei Fromm, war an diesem Samstag Abholtag, weshalb die Tore geöffnet waren und alle noch verfügbaren Weine verkostet werden konnten.

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Auf den Tischen fielen mir die Wasserflaschen auf, welche offensichtlich vom Lions Club Switzerland Liechtenstein gesponsort waren und auf denen gross der Slogan „Sauberes Wasser für die Dritte Welt“ prangerte. Eine genauere Untersuchung der Flasche förderte zu Tage, dass es sich um SODIS, die solare Wasserdesinfektion handelt. Eine PET-Flasche gefüllt mit Wasser wird für 6 Stunden in die Sonne gelegt und der Inhalt kann anschliessend keimfrei genossen werden. Beachtet man, dass mindestens ein Drittel der Bevölkerung in Entwicklungsländern keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat: eine Revolution! Das Wirkungsprinzip wird bei Wikipedia folgendermassen beschrieben:

„Die SODIS Methode nutzt die desinfizierenden Wirkung von UV-A Licht (Wellenlänge 320-400nm) aus der Sonnenstrahlung. Bei genügend langer Bestrahlung werden verbreitete Krankheitserreger (Durchfallerkrankungen, Cholera, etc.) weitgehend abgetötet. Bei Temperaturen über 50°C ist ein starker synergetischer Effekt von UV-A Strahlung und Wärme beobachtbar, welcher die Effizienz von SODIS weiter steigert.“

Seit 2001 wird das Verfahren weltweit in ca. 30 Ländern von 2 Mio. Menschen mit Erfolg eingesetzt. In den Testgebieten konnten Durchfall, Cholera, Salmonellen und ähnliche Erkrankungen deutlich reduziert werden. Sieben Jahre Erfolg – 2,6 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Trinkwasser haben. Da gibt es Steigerungspotenzial…

Kategorien: Nachhaltiges
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Eiswein ade?

24. September 2008 · Kommentar schreiben

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau werden in den Köpfen immer präsenter. In den meisten Fällen denkt man dabei an bisherige Weinbauwüsten wie Schweden und Dänemark, die künftig wohl gute Rieslinge produzieren könnten. Deutschland wird Rotweingebiet und Sizilien Wüste.

An Eiswein dachte ich bisher nie. Dabei ist es so naheliegend und berechtigt. Eine Studie der FH Geisenheim legt nun dar, was alle schon vermuteten und wussten. Winterfröste werden in unseren Breitengraden immer seltener. Hält dieser Trend müssten wir uns wohl künftig von der Süssweinspezialität in Deutschland verabschieden.

Kategorien: Forschung
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„Grosse Flasche“, Massenbesäufnisse und die Schweiz

22. September 2008 · 3 Kommentare

Sauber ist sie die Schweiz. Beschaulich und ruhig. Jeder der mich besucht beschreibt so das Land, in dem ich lebe. Was normalerweise auch zutrifft. Es gibt jedoch auch die Kehrseite, die dunkle Seite der Schweiz. Und sie hat einen Namen. Botellón.

Schlagzeile über Schlagzeile (vor allem in den Bildzeitungsähnlichen, kostenlosen Tageszeitungen „20 Minuten“ und „.ch“) berichtet von den gefährlichen Events und deren regelmässiger, erfolgreicher Verhinderung durch die Schweizer Staatsmacht. Aber was ist ein Botellón? Ein Botellón (span. „grosse Flasche“) ist ein vor allem in Südspanien verbreiteter Brauch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Diese treffen sich vor dem wochenendlichen Clubbesuch auf öffentlichen Plätzen und betrinken sich. Vornehmlich sind es 1 – 1,5 Liter-Flaschen, gefüllt mit alkoholischen Mixgetränken, die konsumiert werden. Und dies offenbar zuhauf. Dem ein oder anderen werden derartige Szenen bekannt vorkommen, vielleicht auch unter dem Namen „Vorglühen“ aus der Zeit als Student oder Jugendlicher bekannt sein. Eigentlich nicht wirklich schlimm sollte man meinen. Vorausgesetzt, es trinken keine Minderjährigen und der Müll wird ordnungsgemäss entsorgt.

Hier in der Schweiz wird die Angst immer grösser. Vor allem die Angst vor den Macrobotellones. Botellones, bei denen sich offenbar mehrere Tausend Jugendliche über Facebook oder ähnliche Social-Platforms zum Massenbesäufnis verabreden. Das Internet macht’s möglich. Ein riesiger Botellón fand im August in Zürich statt. 7000 Teilnehmer hatten sich für das Trinkereignis mittels Facebook verabredet. Letztendlich erschienen 2000. Gerade fällt mir ein, dass jährlich ein riesiger Botellón in München stattfindet. Wies’n genannt. Botellón mit Bier und für Erwachsene. Bei derartig vielen Menschen unter Alkoholeinfluss auf einem Fleck bleiben Schwierigkeiten in der Regel nicht aus. Ob auf der Wies’n oder in Zürich. So kam es leider zu kleinen Ausschreitungen und einer Menge Müll. 6 Tonnen hinterliessen die Jugendlichen um genau zu sein. Dies hätte nicht sein müssen. Bereits Tage zuvor berichteten „20 Minuten“ und „.ch“ über das geplante Botellón. Inklusive Definition und dem (un)beabsichtigten Hinweis auf die Anmeldemöglichkeit per Facebook. Zuvor dürfte der Begriff unter Schweizer Jugendlichen noch nicht ein mal ansatzweise bekannt gewesen sein.

Am Wochenende war meine neue Heimat St. Gallen an der Reihe. Wieder eine fette Schlagzeile. Das eigentliche Botellón wurde abgesagt, da den Veranstaltern mit finanziellen Konsequenzen gedroht wurde. Nichtsdestotrotz wollten sich 40 Jugendliche in der Stadt versammeln und trinken. Bis auf ein Dutzend erschien niemand. Diese hatten sich nach eigener Aussage aus reiner Neugier bei den eher winterlichen Temperaturen in die Stadt verirrt. Botellón-Gaffer sozusagen. Beobachtet und vor sich selbst beschützt durch die Polizei kam es unter den Jugendlichen zu keinen Ausschreitungen. Ob der Müll weggeräumt wurde weiss ich nicht. Im Grunde passierte nichts. Rein gar nichts.

Kategorien: Weinperipherie
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100 Bioweine

22. September 2008 · 2 Kommentare

Bisher gibt es wenige Einkaufsführer speziell für Biowein. Frank Kämmer, der bekannte Master Sommelier und Weinautor beschert uns jedoch ein neues Werk in diesem Bereich. In „100 Bioweine für jeden Anlass und wo man sie kaufen kann“ stellt er uns seine persönlichen Highlights der Bioweinwelt vor. Die straffe Auswahl umfasst Schoppenweine und Spitzentropfen aus Europa sowie der Neuen Welt. Neben einem Weingutsportrait und der Weinbeschreibung finden sich zu jedem Wein Servier- und Speisetipps sowie die Bezugsquelle.

Erschienen bei Eichborn

ISBN 978-3-8218-5686-5

Preis: 12,95 €

Amazon

Kategorien: Media
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Watch out! FairtradeMan is broadcasting

16. September 2008 · Kommentar schreiben

Pünktlich zur „Fairen Woche“ verwandelt sich Christoph der KarmaKonsument in FairtradeMan…

FairtradeMan versucht sich 14 Tage lang ausschliesslich von fair gehandelten Lebensmitteln zu ernähren. Täglich festgehalten im VLog. Ich bin ja mal gespannt ob und wie reichhaltig das Angebot an Lebensmitteln in diesem Bereich ist. Schaut doch mal bei ihm vorbei…

Kategorien: Nachhaltiges
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Vive le Screwcap

11. September 2008 · 2 Kommentare

If it’s so good, how come it’s got a screwcap? Diese Frage stellt sich für den ein oder anderen Weinkäufer leider immer noch. Um mit diesem Vorurteil aufzuräumen hat das biodynamisch arbeitende Weingut Bonnie Doon (Kalifornien, USA) ein witziges, wie informatives Video produziert. Mit derart viel Humor wird leider selten mit diesem Thema umgegangen…

Kategorien: Media · Nachhaltiges
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Blogkarneval – Fair Trade

10. September 2008 · 3 Kommentare

Vom 15. bis 28 September findet die bundesweite „Faire Woche“ statt. Im Mittelpunkt steht das Thema Fair Trade. Deutschlandweit sind zahlreiche Aktionen geplant um das Thema Fair Trade noch stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rufen. Aus diesem Anlass veranstaltet Christoph von KarmaKonsum einen Blogkarneval zum Thema.

Auch im Weinbereich gewinnt Fair Trade mit steigender Aufmerksamkeit für südafrikanische und südamerikanische Bioweine an Bedeutung. Aus diesem Grund werde ich mich am Blogkarneval beteiligen und über fair gehandelte Bioweine berichten. Hierfür soll natürlich auch der ein oder andere Tropfen verkostet werden. Bin gespannt, was sich auf dem Markt an fair gehandelten Bioweinen tummelt.

to be continued…

Kategorien: Nachhaltiges
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suboptimal

9. September 2008 · 2 Kommentare

André Sedlaczek

Sonderpreisträger beim Karikaturwettbewerb „Die Welt des Weines“. Hier die restlichen Preisträger.

Kategorien: Weinperipherie
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„Saufen“ für Solarzellen

6. September 2008 · 1 Kommentar

Oder: „Drink wine to save Mother Earth“. Unter diesem Motto erwirbt der norwegische Importeur Bevco seit Mai diesen Jahres, CO2-Zertifikate im Wert von 18 kg für jeden verkauften BiB (Bag-in-Box) des Bio-Bordeaux „Chateau Le Cluzeau 2006″. Dies entspricht der 6-fachen Menge des tatsächlich während der Produktion ausgestossenen CO2. Der Erlös kommt der NGO „Framtiden i vaare hender“ (zu Deutsch: „Die Zukunft liegt in unseren Händen“) zugute. Diese unterstützt und finanziert Projekte zur regenerativen Energiegewinnung in Entwicklungsländern. Ein erster Schritt in Richtung CO2-neutraler Wein. Mal sehen, welcher Weinhändler/produzent sich in unseren Breitengraden zu einem ähnlichen Projekt hinreissen lässt. In einem solchen Kontext finde ich CO2-Zertifikate durchaus sinnvoll.

via expressindia.com

Kategorien: Nachhaltiges
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