Archive für Kategorie: Nachhaltiges

Halle 4a in Nürnberg.

In Nürnberg schlägt noch bis morgen das Herz der Bio-Branche. Seit gestern bin ich wieder zurück in der Schweiz, leider einen Tag zu früh um noch am heutigen Blogger-Treffen teilnzunehmen. Schade, ein ander mal.

Ich konzentrierte mich nicht zuletzt aus beruflichen Gründen auf die Halle 4a. Dort versammelte sich die Biowein-Welt. Dieses Jahr in geringerem Ausmass als noch letztes Jahr. Die Ausstellerzahl reduzierte sich von ca. 320 im letzten auf ca. 260 Aussteller in diesem Jahr. Ein Trend der sich fortsetzen wird, glaubt man den Ausstellern. Viele äusserten im Gespräch die Absicht nächstes Jahr nur noch auf Millésime Bio und Prowein zu setzen. Gleiches wurde von Seiten der Händler bekundet.

Besonders interessant für mich waren die Gespräche mit dem umtriebigen Moselwinzer und DLG-Jungwinzer des Jahres Timo Dienhardt, der nur so vor Projektideen strotzt und auf dessen künftige Arbeit ich sehr gespannt bin.

Naturwein – Wein schwefelfrei

Auf der Suche nach ungeschwefelten Weinen für die “Naturwein”-Weinrallye von Matthias Metze wurden meine Befürchtungen zum Teil bestätigt. Während ein ungeschwefelter Rotwein des Weinguts Savian aus dem Veneto sich speziell aber interessant präsentierte konnte mich der ungeschwefelte Riesling des Weinguts Gutoberstockstall im Wagram weniger überzeugen. Wie zu erwarten beginnt der Wein nach knapp einer Stunde mit Oxidationsaromatik zu trumpfen. Neben Noten von reifen, geriebenen Äpfeln waren es nussige Aromen, welche die Aromatik in der Nase kennzeichneten. Während die Nase noch interessant war, kam im Gaumen eine leicht bittere Note hinzu, die mich wenig glücklich stimmte. Während der schwefelfreie Riesling eher gewöhnungsbedürftig für einen konventionellen Gaumen war, präsentierten sich die restlichen Weine des Weinguts äusserst interessant und empfehlenswert.

Mein Fazit:

Die Bezeichnung Naturwein ist mir zu allgemein gehalten, da aus Studien hervorgeht, dass unbedarfte Konsumenten davon ausgehen, dass jeder Wein “natürlich” produziert wird. Was ich letztendlich unter dem Begriff “Naturwein” verstehe, ist ein Wein, der so natürlich wie möglich, ohne jegliche chemischen Zusätze produziert wurde.  Weder im Weinberg, noch im Keller. Soweit nichts neues. Nicht zu vergessen die ganzheitliche Betriebsstruktur, die den bio-dynamischen Höfen gleich sein sollte. Spontanvergärung als Muss. Die Krux am Ganzen ist für mich der Schwefeleinsatz im Keller. Als Weinmacher würde ich ungern auf einen gewissen Mindestschutz verzichten wollen, schätze deshalb umso mehr den Mut der Winzer, die ungeschwefelte Weine produzieren und den Wein sich selbst überlassen.

Ich gehe davon aus, dass ungeschwefelter Wein ein Trend ist, der nur eine geringe Anzahl an Verbrauchern anspricht und letztendlich eine kleine Sparte in der Sparte bleiben wird. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der früher noch ungeniessbaren Bioweine weiss man nie, was geschehen wird…

Verkostungstipps der BioFach:

Sepp Moser

Jurtschitsch

Bei Dirk Würtz war zu lesen, dass das Gesicht des neuen EU-Bio-Logo’s (Einführung Juli 2010) nun offiziell ist. Nicht nur das Bio-Logo ist neu, auch die Entstehung des Logos ging hierbei neue Wege. Die Verbraucher entschieden aktiv über das neue Logo. Ich habe auch abgestimmt und kann mich künftig also über mein selbst gewähltes Logo freuen. Schön.

War die Verwendung des “alten” Bio-Logos freiwillig, ist die Verwendung des neuen Bio-Logos für alle vorverpackten Bioprodukte aus EU-Mitgliedsstaaten obligatorisch. Demnach also auch für Biowein.

EU-Bio-Logos im Vergleich: Links Alt, Rechts Neu (Quellen: ec.europa.eu, apis.lu)

Ist Bio am Ende?

Fragt sich Michael Pleitgen bezogen auf einen Artikel der BILD-Zeitung zur Grünen Woche. Die BILD stellte in gewohnt fundierter Weise fest, dass Bio out sei, das Wachstum der Branche bei 5,9 Milliarden Euro Umsatz stagniere und der Markt nicht weiter wachsen könne.

Die goldenen Umsatzwachstumsraten mit Bioprodukten sind vorüber. Das ist korrekt. Heute wird nicht zuletzt wegen Discounter-Angeboten mengen- und nicht wertmässig mehr Bio verkauft. Eine zu erwartende Entwicklung. Ich erinnere mich an eine heisse Diskussion bei der KarmaKonsum-Konferenz letzten Jahres. Hier stellte jemand in Frage, ob Discounter-Bio partout zu verteufeln sei, wie es von jenen, die sich ich als “echte Ökos” verstehenden teilweise betrieben wird, und ob es denn so schlecht sei, wenn mehr Menschen durch die Discounter-Angebote auf Bio aufmerksam werden und sich die Produkte letzendlich auch leisten können. Ich finde nicht. EU-Bio als Standard, eine Weiterentwicklung nötig. Was spricht dagegen?

Bio ist heute also Normalität (der Standard fehlt noch) in den Portfolios der Lebensmitteleinzelhändler, Profilierung mit “Grün” nicht mehr möglich. Die Branche ist gefragt sich neue Konzepte zu überlegen.

Regionalität und Gesundheit spielen hierbei in Verknüpfung mit Bio eine tragende Rolle. Zwar aus Österreich, aber besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang Hofer (Aldi Österreich), die “Zurück zum Ursprung” gehen und hiermit meines Wissens nach eines der ersten Bio 2.o Label lancieren. “So weit muss Bio gehen” heist es. Ein Label das “Naturreine” und auf “Babyfoodstandard” produzierte Lebensmittel verspricht. Dem nicht genug, sogar das Bodenleben wird berücksichtigt. Ganz undogmatisch und für jeden gemacht. Hofer kommt somit genau dem entgegen, was die Biopioniere schon lange wussten, was der Markt verlangt und was von Greenwashern immernoch falsch verstanden wird.

Bio ist nicht eine Qualität an sich, sondern (sollte) ein Standard (Grundlage) sein.

Quelle: Hofer

Auch meine Arbeitgeberin Delinat bemüht sich um den nächsten Schritt mit dem Manifest der Winzer.

Esst kaputt, was Euch kaputt macht

Captain Corks Maat Josef Gold greift ein ähnliches Thema auf und sinniert über die Zukunft von Essen und Trinken. In diesem Zusammenhang fällt der Filmklassiker “Brust oder Keule” und die darin vorkommende Frankenstein-Firma “Tricadel”.

Godzilla -Yellow Tail

Zudem noch dieses kuriose Netzfundstück der Australier Yellow Tail.

Stefan Schwytz von baccantus.de, den ich beim letzten WeinNetzCH kennen lernen durfte, rief gestern die Aktion “WeinWeb für Haiti – Deine Hilfe zählt” ins Leben. Zusammen sammeln webaktive Winzer, Weinhändler und Sympathisanten Spenden für die Betroffenen in der Krisenregion. Bisher schnürten Johner, Tvino und Romazini Care-Pakete, von deren Verkauf ein Teil gespendet wird. Privatpersonen können sich selbstverständlich auch an der Aktion beteiligen.

Anbei die Details mit mit allen nötigen Informationen:

Liebe Weinfreunde! Jeder hat es inzwischen mitbekommen: Das Erdbeben in Haiti vom 12.10.2010 hatte die Stärke von 7.0 auf der Richter Skala und traf damit ausgerechnet das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.

Damit hat es innerhalb kurzer Zeit eine Region getroffen, die sich noch von den Hurrikans Ike, Hanna, Fay & Gustav aus dem Jahr 2008 erholte und die zur sogenannten 4. Welt gehört, den am wenigsten entwickelten Ländern auf unserer Erde.

Die UN spricht von der größten Katastrophe ihrer Geschichte und die Tatsache, das bis jetzt über 70.000 Tote geborgen worden und die Regierung Haitis von mindestens 200.000 Toten ausgeht, unterstreicht dieses Bild des Elends.

Die Bevölkerung in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince kämpft nach Angaben des IKRK derzeit ums pure Überleben.

Daher möchte Baccantus das deutschsprachige WeinNetz 2.0 dazu aufrufen, die Erdbebenopfer von Haiti zu unterstützen mit der

Aktion „WeinWeb für Haiti – Deine Hilfe zählt“

  • Der Teilnehmende Winzer oder Weinhändler stellt ein attraktives Paket mit drei oder sechs Flaschen Wein zusammen und kalkuliert einen vernünftigen Gesamtpreis.
    Es bietet sich für Winzer beispielsweise ein Querschnitt durchs Sortiment als Probierpaket an, für Händler eventuell ein Themenschwerpunkt wie „unsere besten Rieslinge im Januar“ oder Ausverkäufe auslaufender Jahrgänge etc.
  • Spendenaufschlag für den Käufer: 10% des VK, mindestens jedoch 5 €.
  • Der Verkäufer legt den gleichen Betrag noch einmal als Spende für die Erdbebenopfer von Haiti hinzu.
  • Der Teilnehmer setzt einen oder mehrere Banner auf seine Webseite, Blog, Shop etc. verlinkt auf die Spendenaktion hierher ggf. verbunden mit eigener Erklärung.
  • Der Teilnehmer überweist den gesamten Spendenbetrag an das folgende Spendenkonto:

Bündnis Entwicklung Hilft
Spendenkonto 51 51
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl 370 205 00
Kennwort: ARD/Haiti
www.entwicklung-hilft.de

  • Der Teilnehmer bewirbt die Spendenaktion aktiv über seine Kontakte bzw. sein Social Media Network.

Die Spenden aus der Schweiz gehen an:

Postkonto 10-15000-6
Glückskette, 1211 Genf

Wir bitten Euch herzlich um rege Beteiligung an der Aktion und darum, kurz einen Teil Eurer geballten Web 2.0-Kompetenz in die Verbreitung dieses Aufrufs via Twitter, Facebook, Posterous und den restlichen SocialMedia-Dschungel zu investieren.

Wir denken, dass es eine gute Sache ist, auch auf diese Weise zu helfen.
Natürlich kann und soll man auch ohne Weinbestellungen direkt spenden!

Sadat X Pt. 2

Neue Messskala “Fucked-Up-Factor” ;-)

NZZ Food-Trends ’10

Die NZZ berichtet aktuell von den Food-Trends des Jahres 2010. Und diese lauten in Kürze: Think global, cook local; Bioprodukte aus der Region; Männer am Herd; Frauen in der Backstube; Drink Pink; Leicht und beschwingt; Weg von überteuertem Wein; Aufstrebendes Argentinien

Top Of The Blogs

Bildquelle: blogpartei.de

Wie der Weingeek in Punkten, denkt der Popkulturgeek in Top-Listen. Deshalb passend zum Jahresabschluss die Top 10 Alben 2009, gewählt von blogpartei und white tapes. Die Übersicht und jeweils einen legalen Downlaod gibt es bei roteraupe.de.

Sollte ich dieses Jahr eine Liste erstellen, wären sicherlich Grizzly Bear – Veckatemist, The XX – XX, Bibio – Abivalence Avenue und The Thermals – Now We Can See dabei. Die schönsten Shows für mich persönlich waren: John K. Samson, Zürich; Ja, Panik, St. Gallen; The Aggrolites, Open Air St. Gallen.

Und als Ergänzung die Top-50 des Hipstermonsters Pitchfork.

Eines hat der Etiketten-Designer des “Aargauer Bio-Wein” erreicht. Dieses Etikett vergisst man so schnell nicht wieder. Während die alte Welt mit Klassifizierungen verwirrt und die neue Welt auf Rebsorten reduziert, beschränkt man sich im Aargau auf anderes. Was ist es? Ein Biowein. Woher? Aus dem Aargau. Von Rebsorten keine Rede. Auch nicht auf dem Rückenetikett.

Neben dem Jahrgang, einer kurzen Degustationsnotiz und Genussempfehlungen finden sich dort die Namen der beiden Traubenproduzenten, die den Ausgangstoff für den Wein der Weinbaugenossenschaft Schinznach liefern. Letzteres finde ich äusserst interessant. Bisher fand ich die Information von welchem Traubenproduzent die Trauben stammen auf keinem Genossenschaftswein. Transparenz. Sicherlich ist die Aufführung bei zwei Winzern nicht sonderlich schwer. Bei bis zu zehn wird es schon komplizierter.

Ob der Konsument die Produzenten auf dem Etikett überhaupt wahrnimmt ist fraglich. Wenn er es liest wirkt es aber sicherlich vertrauensbildend und gibt dem gesichtslosen Wein ein wenig Identität.

Und der Wein?

Das www verriet die Rebsorten. Ein Cuvée aus Regent und Pinot Noir.

In der Nase würzig und fruchtig (Aromen von Cassis, Kirsche und Brombeere). Hinzu gesellen sich eine feine Marzipannote, sowie vegetabile und laktische Aromen. Im Gaumen nach saftigem Auftakt (hier bestätigt sich der aromatische Eindruck in der Nase) ohne allzu lange Verabschiedung abtauchen in die ewigen Jagdgründe. Interspezifisches Loch? Ein Wein der nicht zu vieler Worte bedarf.

Passend zum  “Aargauer Bio-Wein” die Getränkeauswahl bei der britischen Serie IT Crowd.

Tuvalu

Dr. Motz, der Dr. Jekyll des Würtz-Wein-Blogs, macht sich Gedanken über Tuvalu, jenen Inselstaat, der aufgrund des Klimawandels in absehbarer Zeit von der Landkarte verschwinden wird.

Licht statt Wein

Bei Lilly Green fand ich eine schöne Idee für das Leben der Weinflasche nach dem letzten Tropfen. Das stimmungsvolle DIY-Weinflaschenlicht.

Manifest der Europäischen Winzer

Auf Einladung von SlowFood erarbeiteten über 500 Winzer aus ganz Europa Anfang Dezember das “Manifest der Winzer Europas“. Ein nachhaltiger Ansatz zur Betreibung von Weinbau.

Unternehmen Armut Weblog

“Die Überwindung von Armut durch die nachhaltige Integration von Armen in Faktor- und Absatzmärkte” klingt nach Utopie. Martin Herrndorf beschäftigt sich in seinem Projekt-Blog mit potenziellen und bereits erfolgreichen Strategien zur Erreichung der eingangs genannten Vision. Es geht um “Business at the Bottom of the Pyramid“ (BoP), „Sustainable Livelihood Business“, „Social Entrepreneurship“, „Inclusive Business“ und „Social Business“.

Ecosia

Die Alternative zur grünen Suchmaschine Forrestle. Mit jeder Suche 2 qm Regenwald retten. Wie es genau funktioniert erklärt das Video.

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