Nach den letzten Klimaberichten des IPCC und diversen anderen Studien wird der  Klimawandel deutlich schneller voranschreiten als zuvor erwartet. Der Weinbau muss sich neuen Herausforderungen stellen. Erwartete Resultate des Klimawandels wie Temperaturanstieg und starke Temperaturschwankungen werden die teils über Jahrhunderte entwickelte Balance zwischen zwischen Anbauverfahren, Rebsorte, Boden und Klima empfindlich stören. Vorallem bei klassischen Rebsorten. Neben einer Nordverschiebung der Weinbauzonen wird eine Höhenverschiebung erwartet. In der Schweiz beispielsweise eine schrittweise Verschiebung der Höhenlinie für potenzielle Weinbauflächen von 800 m auf 1000 bis 1400 m. Dies könnte höchst interessante Terroirlagen erschliessen.

Speziell mit den Folgen für französische Winzer setzt sich die Greenpeace Studie “Impacts of climate change on wine in France“ auseinander. Wie bei Mario Scheuermann vom drinktank nachzulesen ist geht Greenpeace davon aus:

dass die Temperaturen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts beim derzeitigen CO2 Ausstoss um 4 Grad möglicherweise aber auch um 6 Grad steigen werden. Dies würde dazu führen, dass sich die für den Weinbau geeigneten Klimazonen um bis zu 1.000 Kilometern verschieben werden. In Europa würde die nördliche Weinbaugrenze, die sich seit den 1980er Jahren bereits vom 52 bis zum 55 Breitengrad verschoben hat, dann am 60. Breitengrad also in Norwegen und Finnland liegen.

Die Weinbranche reagiert auf die Prognosen, was sich beispielsweise am PR-trächtigen Weinbauprojekt auf Sylt ,den Aktivitäten von Champagnerproduzenten im Süden Englands oder den Bestrebungen des Delinat-Institutes zeigt.

In metaphorischer Weise hat sich der Künstler Nele Azevedo mit dem Klimawandel auseinandergesetzt. Im Auftrag des WWF platzierte er 1000 Eisskulpturen in menschlicher Form am Gendarmenmarkt in Berlin um auf das Schmelzen der Polkappen aufmerksam zu machen.

Quelle: colectiva.tv