Eines hat der Etiketten-Designer des „Aargauer Bio-Wein“ erreicht. Dieses Etikett vergisst man so schnell nicht wieder. Während die alte Welt mit Klassifizierungen verwirrt und die neue Welt auf Rebsorten reduziert, beschränkt man sich im Aargau auf anderes. Was ist es? Ein Biowein. Woher? Aus dem Aargau. Von Rebsorten keine Rede. Auch nicht auf dem Rückenetikett.

Neben dem Jahrgang, einer kurzen Degustationsnotiz und Genussempfehlungen finden sich dort die Namen der beiden Traubenproduzenten, die den Ausgangstoff für den Wein der Weinbaugenossenschaft Schinznach liefern. Letzteres finde ich äusserst interessant. Bisher fand ich die Information von welchem Traubenproduzent die Trauben stammen auf keinem Genossenschaftswein. Transparenz. Sicherlich ist die Aufführung bei zwei Winzern nicht sonderlich schwer. Bei bis zu zehn wird es schon komplizierter.

Ob der Konsument die Produzenten auf dem Etikett überhaupt wahrnimmt ist fraglich. Wenn er es liest wirkt es aber sicherlich vertrauensbildend und gibt dem gesichtslosen Wein ein wenig Identität.

Und der Wein?

Das www verriet die Rebsorten. Ein Cuvée aus Regent und Pinot Noir.

In der Nase würzig und fruchtig (Aromen von Cassis, Kirsche und Brombeere). Hinzu gesellen sich eine feine Marzipannote, sowie vegetabile und laktische Aromen. Im Gaumen nach saftigem Auftakt (hier bestätigt sich der aromatische Eindruck in der Nase) ohne allzu lange Verabschiedung abtauchen in die ewigen Jagdgründe. Interspezifisches Loch? Ein Wein der nicht zu vieler Worte bedarf.

Passend zum  „Aargauer Bio-Wein“ die Getränkeauswahl bei der britischen Serie IT Crowd.