Ist Bio am Ende?

Fragt sich Michael Pleitgen bezogen auf einen Artikel der BILD-Zeitung zur Grünen Woche. Die BILD stellte in gewohnt fundierter Weise fest, dass Bio out sei, das Wachstum der Branche bei 5,9 Milliarden Euro Umsatz stagniere und der Markt nicht weiter wachsen könne.

Die goldenen Umsatzwachstumsraten mit Bioprodukten sind vorüber. Das ist korrekt. Heute wird nicht zuletzt wegen Discounter-Angeboten mengen- und nicht wertmässig mehr Bio verkauft. Eine zu erwartende Entwicklung. Ich erinnere mich an eine heisse Diskussion bei der KarmaKonsum-Konferenz letzten Jahres. Hier stellte jemand in Frage, ob Discounter-Bio partout zu verteufeln sei, wie es von jenen, die sich ich als „echte Ökos“ verstehenden teilweise betrieben wird, und ob es denn so schlecht sei, wenn mehr Menschen durch die Discounter-Angebote auf Bio aufmerksam werden und sich die Produkte letzendlich auch leisten können. Ich finde nicht. EU-Bio als Standard, eine Weiterentwicklung nötig. Was spricht dagegen?

Bio ist heute also Normalität (der Standard fehlt noch) in den Portfolios der Lebensmitteleinzelhändler, Profilierung mit „Grün“ nicht mehr möglich. Die Branche ist gefragt sich neue Konzepte zu überlegen.

Regionalität und Gesundheit spielen hierbei in Verknüpfung mit Bio eine tragende Rolle. Zwar aus Österreich, aber besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang Hofer (Aldi Österreich), die „Zurück zum Ursprung“ gehen und hiermit meines Wissens nach eines der ersten Bio 2.o Label lancieren. „So weit muss Bio gehen“ heist es. Ein Label das „Naturreine“ und auf „Babyfoodstandard“ produzierte Lebensmittel verspricht. Dem nicht genug, sogar das Bodenleben wird berücksichtigt. Ganz undogmatisch und für jeden gemacht. Hofer kommt somit genau dem entgegen, was die Biopioniere schon lange wussten, was der Markt verlangt und was von Greenwashern immernoch falsch verstanden wird.

Bio ist nicht eine Qualität an sich, sondern (sollte) ein Standard (Grundlage) sein.

Quelle: Hofer

Auch meine Arbeitgeberin Delinat bemüht sich um den nächsten Schritt mit dem Manifest der Winzer.

Esst kaputt, was Euch kaputt macht

Captain Corks Maat Josef Gold greift ein ähnliches Thema auf und sinniert über die Zukunft von Essen und Trinken. In diesem Zusammenhang fällt der Filmklassiker „Brust oder Keule“ und die darin vorkommende Frankenstein-Firma „Tricadel“.

Godzilla –Yellow Tail

Zudem noch dieses kuriose Netzfundstück der Australier Yellow Tail.